Konstruktionsbüro
Edmund Buscher
Referenzen - Konditionieranlagen - Konditionieren von Polyamiden

Was ist Konditionieren?

Die Konditionierung von Werkstoffen dient dazu, sie vor der Bearbeitung an die erforderlichen Bedingungen anzupassen. Im Bereich der Kunststoffverarbeitung ist das Konditionieren von Polyamid – Spritzgussteilen für die Qualität des Werkstücks von entscheidender Bedeutung.

Eine Eigenschaft mit Folgen

Allen Polyamiden gemeinsam ist ihr Bestreben, in feuchter Luft ihren Wassergehalt und damit auch ihre physikalischen Eigenschaften zu ändern. Hierbei verliert der Werkstoff an Festigkeit und gewinnt an Schlagzähe, was beim Einbau bzw. bei der Montage der betreffenden Teile unumgänglich ist. Gerade die am häufigsten verwendeten Polyamide, die so genannten PA 6 und PA 66, haben eine besonders hohe Affinität zu Feuchtigkeit.
Vor dem Spritzgießen wird das Granulat getrocknet, um die Verarbeitung bei hohen Temperaturen zu gewährleisten. Den so erzeugten Kunststoffteilen muss somit wieder Feuchtigkeit zugeführt werden:
Sie werden "konditioniert".

Bekannte Konditionierverfahren

Nach Stand der Technik werden die Polyamid – Bauteile in einer definiert feuchten Umgebung gelagert, um eine Sättigung des Werkstoffs mit Feuchtigkeit zu erreichen. Hierzu werden sie in einer Klimakammer bedampft oder in einem Wasserbad getaucht. Der Sättigungsgrad wird über die Zeit bestimmt, die die Teile in der jeweiligen Umgebung verbringen. Der Sättigungsgrad wird kontrolliert, indem die Teile vor und nach der Behandlung gewogen werden. Alle Teile zu kontrollieren hieße, einen erheblichen Aufwand für die Qualitätskontrolle zu betreiben. So wird man die Kontrolle stichprobenweise oder in kleinen Chargen vornehmen, was die Aussage zur Qualität einschränkt, da Rückschlüsse auf den Rest der Charge getroffen werden müssen. Hier treten dann die bekannten Fehler auf, nämlich dass Bauteile andere überdeckt haben und diese somit fehlerhaft konditioniert wurden. Außerdem ist dieser Vorgang sehr zeitaufwendig und führt zur Diskontinuität in der Herstellerlinie. Zudem ist es schwierig zu kontrollieren, ob der Vorgang des Wiegens mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt wurde.
Durch diesen personellen Aufwand und durch hohe Energie- und Raumkosten erhöht sich der Preis des Bauteils je nach Anforderung an das Teil beträchtlich. Die Folgen unzulänglichen Konditionierens sind zwangsläufig Reklamationen. Die noch zu spröden Teile platzen bei der Montage. Selbst die Verwendung von Bauteilen gleichen Herstellungsdatums gewährleisten keine gleich bleibende Qualität, da der Konditioniervorgang bislang noch nicht automatisiert war.